Die Akademie für Yoga in der sozialen Ausgestaltung

In der Mitte steht der schöpferische Mensch

Die Akademie für Yoga in der sozialen Ausgestaltung versteht sich als eine Einrichtung, die mit verschiedenen Trainingsangeboten Menschen in ihrem Anliegen nach einem eigenen, unabhängigeren Standpunkt im persönlichen Lebensumfeld unterstützt. In einer Zeit in der viele versteckte Manipulationen und einengende Zwänge das Leben belasten, ist der freiere Standpunkt, den man sich selber erringt, ein wichtiger stabili-sierender Faktor. Ein freierer, eigener Standpunkt ist für förderliche soziale Verhältnisse ein erstes wichtiges Ziel.

 

Die Übungs-Praxis ist angepasst an den heutigen Menschen


Entsprechend eines neueren, integralen Verständnisses der Selbstentwicklung und der Selbstwerdung ist dieser eigene Standpunkt für den modernen, aufgeklärten Menschen nicht mehr ohne eine wache Außenorientierung möglich. Praktisch ist hier mit wacher Außenorientierung gemeint, dass der Mensch sich von einer Sache, von einer Person oder von einer Begebenheit eine möglichst ungetrübte, wahre und eigene Anschauung bildet, ... also dass er mehr ein tieferes Verstehen von etwas 'erringt', als dass er eine Meinung zu etwas 'hat'.

 

Völlig konträr steht dieser Ausrichtung gegenüber, eine Meinung von anderen 'zu übernehmen', auch wenn diese noch so wissend und kompetent erscheinen. Die Förderung einer wachen Anschauung und Außenorientierung, die in der Folge zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls führt, zeigt sich in allen inhaltlichen, pädagogischen und organisatorischen Ansätzen, die hier im Rahmen der Arbeit angewendet werden. 

 

Außenorientierung statt Innenorientierung

 

Dies ist erwähneswert, da traditionelle Yogawege aus dem Osten eine starke Zentrierung nach innen unterrichten und sich gewissermaßen von der Außenwelt zurückziehen. Im klassischen Yoga nach Patanjali - ein geistiger Lehrer des alten Indien - welcher die Basis der meisten modernen Yogawege in unseren Landen ist, nennt man jene Innenzentrierung die 'Zurückziehung der Sinne' (pratyahara). Gemeint ist damit die Zurückziehung der Sinne von den Objekten der Außenwelt hinein in die eigene Innenwelt. Dieser klassische Ansatz wird hier bewusst nicht unterrichtet, da dieser über längere Zeit praktiziert eine subtile Reduzierung der sozialen Fähigkeiten bewirkt. Dieser Unterschied in der seelischen Bewegungsrichtung des Übenden (nach innen versus nach außen) zeigt sich auch in der Methodik des praktischen Übens. Das Training der Innenorientierung ist dem Training der Außenorientierung methodisch bedingt entgegengerichtet. 

 

Die 'Zurückziehung der Sinne' wird hier in einem neuen Kontext angewendet. Es ist der Lernschritt, emotionale Stimmungen und innere Antreiber durch klare Gedanken- und Sinnestätigkeit zurückzuhalten. Dies ermöglicht in der Folge ein wacheres, ruhigeres und freieres Zugehen auf das Leben und die Mitmenschen.

Individualität statt Gruppengefühl

 

Einem freieren, individuelleren Stand im Leben entgegengesetzt, ist zudem das Aufgehen oder das Sich-Fallenlassen in einer Gruppe. Wenn das Gruppen-Ich, also das Wir, das eigene Ich ersetzt, entsteht eine Form von Selbstaufgabe und in der Folge entstehen mehr oder weniger starke Bindungen und sogar sektenhafte Strukturen. Die Individuaität des Menschen schwächt sich ab. 

 

Eine nach außen gewandte Aufmerksamkeit hin zu fachlichen Themen der körperlichen und seelisch-geistigen Entwicklung, die sich nicht an eine bestimmte Weltanschauung oder Tradition anbindet, wirkt zentrierend und öffnend zugleich. Die Individualität erfährt eine Stärkung des eigenen Standes und kann sich somit freier und schöpferischer in zwischenmenschlichen Beziehungsverhältnissen bewegen. Diese Idee begleitet die Arbeit der Akademie grundlegend.

 

Im Leitbild der Akademie sind im Sinne der Stärkung und Förderung des Individuums weitere, ergänzende Gedanken formuliert.

Die dahinterstehende Person und die Entstehungsgeschichte der Akademie finden Sie auf dieser Seite.

 

 

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Kreissymbol des sozialen Prozesses,
des rhythmischen Zusammenwirkens
von individuellen Menschen

 

Quelle: Das Wesensgeheimnis der Seele
Autor: Heinz Grill
Verwendung des Symbols durch freundliche Genehmigung des Autors.

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