Erweiterter sozialer Prozess - Eine kurze Einführung

Wie finden Menschen wohlwollend, wertschätzend und sich gegenseitig fördernd zu-sammen ?  Wie finden sie zueinander und lassen sich dabei von eigenen Ansprüchen gegenseitig frei ?  Wie wird die Anbindung an eine Gruppe vermieden ?  Einen Lösungs-ansatz gibt der erweiterte, der spirituell-soziale Prozess.

Heinz Grill, als Gedankengeber des erweiterten sozialen Prozesses, hat sich im Rahmen seiner geistigen Forschungsarbeit damit beschäftigt, wie sich Menschen in ihrer Indivi-dualität und gleichzeitig in ihrer sozialen Kompetenz weiterentwickeln und stärken können. Stärken sich Individualität und soziale Kompetenz können sich Menschen vorurteilsfreier und wertschätzender begegnen. Ein Ergebnis seiner Forschungsarbeiten zeigt, dass der bewusste Gebrauch von inneren, seelischen Fähigkeiten, der bewusste Einsatz des Denkens, Empfindens und Wollens bedeutend für den freieren Stand des Menschen im Leben ist. Der soziale Prozess hat zum Ziel, dass jene Fähigkeiten gefördert werden und sich der Mensch als aktiver und kreativer Gestalter von sozialen Verhält-nissen erleben lernt und weniger als jemand, der zu den großen Fragen der Gesellschaft wenig beitragen kann oder Opfer der gegebenen Umstände ist. Die Vorgehensweise kann in der Wirkung jede Form des menschlichen Zusammenlebens bereichern, sei es im Beruf, in der Familie oder in anderen Zusammenkünften, in denen Menschen um eine gute Gemeinschaft oder um kreative Gestaltungsprozesse für die Zukunft ringen.

Die Weitung des Denkens, Empfindens und Wollens

Ein praktisches, lebensnahes Beispiel

Ein einfaches Beispiel, das vielleicht mancher aus dem Alltagsleben kennt, soll die Grundidee des spirituell-sozialen Prozesses deutlich machen …

Angenommen ein Paar diskutiert um das Ziel einer nächsten Urlaubsreise. Er möchte ins Gebirge, sie ans Meer. Lautstark werden vom Mann Argumente für einen aktiven Bergurlaub und gegen einen öden Strandurlaub vorgebracht. Sie argumentiert geschickt dagegen und stellt die erholsame Atmosphäre der würzigen Meeresluft in den Raum, er sei doch schließlich beruflich total gestresst. Anstatt zusammenzufinden tut sich mehr und mehr ein frustrierender Graben zwischen beiden auf. Was kann man tun ?

Jetzt mag man an einen Kompromiss denken. Dieses Jahr geht’s ans Meer, nächstes Jahr in die Berge. Oder man fragt die Kinder, was die bevorzugen. Kompromisse sind denkbar, aber wie fühlt es sich im Innern an ?  Wie hoch mag der Grad der Zufriedenheit sein ?  Vielleicht gibt es einen Ort, an denen beides zu finden ist, Berge und Wasser ?  Sie geht sonnenbaden, er geht klettern … ?

Der spirituell-soziale Prozess sucht eine Lösung auf einer ganz anderen Ebene, auf einer Ebene die den Menschen in seinem Wunsch nach neuen Perspektiven erreicht oder nach Ausweitung und Vertiefung seines seelischen Erlebens.

Im Beispiel des Paares könnte die Frage hineingenommen werden, welches tiefere Erleben sucht er im Gebirge und sie am Meer ?  Ist es eventuell für beide die Sehnsucht nach der aktiven Berührung mit der Natur und ihren Elementen ?  Was schwingt als Antrieb und Sehnsucht bei beiden mit ?  Wenn es das bewusste Erleben von Erde (Fels), von Wasser, Luft und Wärme ist, könnte dieser Wunsch nach dem Naturerleben nicht sogar eine neue, verbindende Komponente für die Beziehung darstellen ?  Dann mag es nicht mehr so entscheidend sein, ob man der Sinnesfreude an der Natur im Gebirge, am Meer oder woanders nachgeht.

Dieses recht einfache Beispiel soll zeigen, dass der spirituell-soziale Prozess die Idee in sich trägt, dass Menschen sich auf einer neuen Ebene und damit tiefer begegnen können. Und diese kommt mit praktischen Lösungsansätzen zum Ausdruck.

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