Inhalte der 2. internationalen Yoga-Fachfortbildung 2017  (3. Teil)

- Wie das Form-Empfinden die Gesundheit und die Entwicklung des Menschen fördert -

 

Von Stefan Jammer - Oktober 2017

 

Inhalte von Teil 1 ...

   Einleitung

   1. Die Bedeutung von Formen

   2. Die Harmonie von Formen

 

> zum Teil 1

 

Inhalte von Teil 2 ...

     3. Die Harmonie von Körperformen

 

> zum Teil 2

 

4. Wie findet man zu einer harmonisch-gesunden Körperbewegung ?

 
Was kann ein Yogaübender tun oder wie kann ein(e) Yogalehrer/in vorgehen, um harmonisch-gesunde Bewegungen auszuführen bzw. anzuleiten ?
 

Die nächsten Überlegungen folgten weiterhin jener Logik, dass eine harmonische, ästhetische Bewegung und ihre Ausformung sinnvollerweise von 'außen nach innen' vollzogen wird. Das heißt, dass eine Bewegung am besten in der Vorstellung, in einer geistigen Regsamkeit des Übenden beginnt und dann mit wachen Sinnen der Körper in die gedachte Vorstellung geführt wird ... entsprechend seiner Konstitution und Kondition.

 

Am Foto der rückwärtsbeugenden Yoga-Übung 'Kamel' ist vielleicht sichtbar, dass die Vorstellung eines weit im Raum aufgespannten Kreisbogens die aktive Bewegung der Wirbelsäule wie vorbereitet. Diese Vorbereitung, die durch die wachen Augen einen ersten, äußeren Ausdruck bekommen, ermöglicht es dem Übenden, einen sinnes-freudigen Bezug zur Wirbelsäule und deren konkrete Bewegungsmöglichkeit des Rückbeugens zu bekommen.

 

Prädestiniert eine klare Formgestaltung zu erfassen, sind körperlich
gesehen die Augen ... und sie aktiv umzusetzen, die Körpermitte
mit Herzregion und Solar Plexus.
 [1] 

 

Ein praktisches Beispiel dafür welche wichtige Rolle in der Körperwahrnehmung und in der Körperbewegung der Sehsinn und die Augen spielen, mag folgende Übung deutlich machen: Man führe die Vorwärtsbeugung im Sitzen, die Kopf-Knie-Stellung (pascimotthanasana) bei geschlossenen Augen aus. Was lässt sich wahrnehmen ? 
Dann anders ... Wie kann die Wirbelsäule in die vorwärtsstrebende Ausdehnung finden, wenn die Augen den Blick zu den Zehen oder den Blick in den Raum aktiv halten und aufbauen ?

 

 

 

Vorübung zum Kamel (ustrasana) - Die Vorstellung einer weiten, im Raum sich ausdehnenden Kreisform dynamisiert die spannkräftige Region des Sonnen-geflechtes oberhalb vom Bauchnabel

 [1] Der wache Sehsinn lässt sich bei erweiterter Betrachtung in der Lehre der Energiezentren den Fähigkeiten des 5. Zentrums (visuddha-cakra) zuschreiben. Das Herz mit seiner Gestaltungskraft dem 4. Zentrum (anahata-cakra) und die kraftvolle Dynamik dem 3. Zentrum (manipura-cakra). 

Pädagogik

Methodische Elemente zur Förderung eines natürlichen Formempfindens

 

  • An welcher Stelle und mit welchen Mitteln kann in der Yoga-Praxis eine gesunde Anforderung gefördert werden, so dass weder eine Überforderung noch eine Unterforderung eintritt ?  Hier ist am Ende des Seminars noch ein weites Feld für weitere praktische Überlegungen offen geblieben. 

    Für eine beginnende Annäherung an diese Frage lässt sich sagen, dass für ein förderliches 'Adjustment', eine Korrektur oder eine Anleitung Ziel und Ausdruck einer Übung (asana) bekannt sein sollten. Eine ästhetische und gesunde Bewegung sollte des Weiteren eine Mitte zwischen einer zu harten und zu weichen Form einnehmen, diese ist durchaus variabel. Dafür braucht es vom Lehrer (Übenden) ein Bild und ein Gefühl für jenen Mittenbereich. Bei verbalen Anleitungen ist es beispielsweise als ein Gestaltungselement anzustreben, dass der Yoga-Teilnehmer sich selbst zum Bild und Ausdruck der Übung eine klare Vorstellung bilden kann. Seine Sinne sollten zudem bei der praktischen Ausführung einen real nachvollziehbaren Bezugspunkt am Körper oder im Raum finden können. Ein Beispiel ...

    Praxisbeispiel Baum (
    vṛkṣāsana)

    Wie kann bei der Übung vom Baum (vṛkṣāsana, vrikshasana) die leichte Aufrichtung im Stand angeleitet und das die Psyche stabilisierende Form-empfinden angeregt werden ?  Hierzu zwei mögliche Ansagen (vom Autor) ...

    (1) "Fühle wie dein Fuß die Erde berührt. Stelle dir vor, wie aus den Fußsohlen feine Wurzel wachsen ... und wie diese Wurzeln tiefer und tiefer in die Erde dringen. ... Erlebe deine Arme wie Äste eines Baumes und lass' sie schwerelos in den Raum wachsen. ... Fühle dich ganz mit der Erde und dem Himmel verbunden. .... Falte in dieser Verbundenheit die Hände vor dem Herzen."

    (2) "Richte die Wirbelsäule entgegen der Schwerkraft ohne Krafteinsatz auf und achte auf eine sanfte Verlängerung der Bewegung in Richtung Nacken nach oben und Bein nach unten. Spanne die Arme in eine sich sanft verlängernde waagerechte Linie. Lasse den Atem leicht und bewahre eine Aufmerksamkeit für den Raum, wenn die Hände mit lockeren Schultern vor dem Brustkorb zusammenkommen. Bleibe mit deiner Vorstellung im Bild einer vertikalen und horizontalen Linie. Welche Empfindung entsteht auf Höhe der Hände ?"


    Für das Formempfinden und deren Stärkung der psychischen Konstitution ist es von Bedeutung, dass das Bewusstsein des Übenden in logischen Bezügen und konkreten Wahrnehmungen steht. Wenn zu intensiv Stimmungen des Unterbewusstseins oder suggestive Bilder die Praxis begleiten, ist die Orientierung und Führung durch das Wachbewusstsein in der Regel nicht mehr ausreichend gewährleistet. Eine Anleitung, die die Selbstkraft, das Form-Empfinden und damit die psychische Stabilität im Menschen fördern möchte, sollte suggestive Elemente vermeiden. Das Verständnis vom 4-gliedrigen Menschenbild mit Ich-Selbst / Seele / Energieleib und physischen Körper ist geeignet, die Entwicklung eines wachen Bewusstseins zu fördern. [2] 


    Lernschritt: Ein dumpfes oder nach innen versunkenes Bewusstsein sollte für die Formentwicklung vermieden werden, da das innere Bewusstsein mehr einem formlosen Prinzip folgt. Stattdessen sollten klare, logische und nachvollziehbare Bilder und Anleitungen gegeben werden. Die Form der Sprache - und damit die Anleitung einer Übung - spielt eine wesentliche Rolle.
  • Bei Menschen, die zu einem formschwachen Ausdruck neigen, sollten die Anleitungen und Korrekturen hin zu klareren Ausdrucksformen gerichtet sein. Jedoch sollten diese nicht zu streng und zu formintensiv sein, das würde sie überfordern. Umgekehrt sollte die Vorgehensweise bei Menschen sein, die zu einem strengen Ausdruck und Perfektion neigen, hier sollte 'zurückkorrigiert' werden damit der Körper und sein Ausdruck weicher werden können.
  • Bei aller Bemühung, schöne Formen anzuleiten und entstehen zu lassen, könnte eventuell der 'Wert des Probierens' in den Hintergrund treten. Es ist jedoch ausgesprochen wertvoll, Bewegungen einfach mal probieren zu lassen, ohne große Vorgabe und direkten Eingriff. Übers Probieren, so auch eine praktische Erfahrung für die Teilnehmer des Seminars, lässt sich oft unkompliziert der Zugang zu ungewohnten oder fortgeschrittenen Bewegungen finden.
  • Die bewusste Wiederholung von Bewegungen fördert auf einfache Weise die Vorstellungskraft, die Wahrnehmung über die Sinne und trainiert den Körper.
 
Baum (vrikshasana) - 1 - Vorbereitung Stand
Baum (vrikshasana) - 2 - Aufbau der vertikalen und horizontalen Linie
Baum (vrikshasana) - 3 - Selbstgefühl, Empfinden der Mitte

[2]  Das 4-gliedrige Menschenbild hilft tiefere Ebenen des Menschen objektiver zu erfassen. Umgangssprachlich reden wir üblicherweise von Körper, Seele und Geist. Diese 3-Teilung wird zum besseren Verständnis der Zusammenhänge auf vier Glieder erweitert. So besteht das 4-gliedrige Bild aus: physischem Körper, Energie- oder Ätherleib, Seelen- oder Astralleib und dem Ich-Selbst.

 

 

Aufbau von harmonischen, formgebenden Kräften durch die Idee des Verzögerns, Abwartens und Innehaltens einer Bewegung ...

 

Noch einmal kurz zurück zu der übergeordneten Frage ...

 

Warum spielen form-freudige Strukturen eine wichtige Rolle für die Gesundheit ?

 

Der erwachsene Mensch braucht, um die vielfältigen Aufgaben förderlich und effizient zu bewältigen, in seinem Alltag eine Organisationsstruktur. Dafür benötigt er brauchbare Ideen, Entscheidungskriterien und einige sinnvolle Regeln. Gute, lebendige Vorbilder in Form von Mitmenschen sind dabei zusätzlich wichtig. Man denke beispielsweise an den Straßenverkehr. Dieser wird schnell zum Chaos und trägt Gefahrenpotentiale in sich, wenn jeder fährt wie er gerade will und wenn sinnvolle Regeln wegfallen. 


Für die eigene Ordnung und Gesundheit - so ein Zusammenhang, der dem 4-gliedrigen Menschenbild inneliegt - ist der Mensch aufgefordert, zu einem gewissen Grad Strukturen und Formen im Äußeren selbst zu gestalten sowie gegebenen Formen möglichst aktiv und wach zu begegnen. Warum ?  Ein Mensch ohne ausreichende Wahrnehmung und ohne ausreichende Organisationsstruktur verliert über die Zeit an körperlichem und psychischem Halt. Dies ist zum Beispiel bei Suchtkranken der Fall. Die Gesundheit leidet bei diesen Menschen unter dem Verlust von haltgebenden Strukturen. Ein wichtiger Therapieansatz ist dann die Vorgabe einer sinnvollen Tagesstruktur durch außenstehende Menschen, die weder unter- noch überfordert.

 

Im Körperlichen zeigen sich in Bezug auf Struktur, bzw. Strukturschwäche vergleichbare Bilder. Ein Verlust an formgebenden Kräften im menschlichen Organismus kann Ödeme, Wassereinlagerungen, Übergewicht sowie Organschwächen hervorbringen, während lebendige Strukturkräfte den Bindegeweben, Faszien und Nerven einen essentiellen Halt geben.
 

Felder der Yogapraxis, in denen Strukturkraft trainiert werden kann und positiv wirken kann, sind die Übungspraxis mit asana aber des Weiteren im Unterricht zudem die verwendete Sprache sowie das soziale Zusammenwirken von Trainer und Teilnehmenden.


Während des Seminars hat Heinz Grill über die Moderation und angelehnt an die > Ideen einer neuen Seminarkultur, Strukturkräfte im Teilnehmerkreis angeregt. Dies hat sich beispielsweise durch eine rege Beteiligung an den Inhalten und guter Aufmerksamkeit gezeigt. Bei der asana-Praxis hat er für die gesunde Formentwicklung die Idee des Verzögerns, Abwartens und Haltens in einer Übung angesprochen und diese Phase zusammen mit den Teilnehmenden praktisch an mehreren asana untersucht ...

 

 

Verkehr mit wenig Struktur / © fotolia
Verkehr mit Struktur / © fotolia

Übungspraxis

Die Idee des Verzögerns, Abwartens und Innehaltens in einer Bewegung

 

Am Beispiel des Schulterstandes (sarvāṅgāsana, sarvangasana) haben die Seminar-teilnehmer erleben können, wie die Phase des Aufwärtsschwingens des Körpers durch ein Verzögern und Halten zu neuen, entspannteren Bewegungsmöglichkeiten führen kann. 

 

In dem Moment des Innehaltens (siehe Foto) wird die Aufmerksamkeit auf die Region der oberen Brustwirbelsäule (Th 2-6) gelenkt. Damit beginnt ein ruhig angelegter Konzentrationsvorgang, in dem sich feine Energien in diesem Bereich sammeln können (Energieformen: apāna / vyāna / > samāna). In dem Moment weichen Vitalitätsformen (prāṇa) und Begehrensformen (kāma) zurück. Die Aufrichtung von Rumpf, Becken und Beinen geschieht dann primär nicht aus dem Körper mit seinen Vitalenergien, sondern aus dem Bewusstsein und feineren Energieformen, ... das ist das Bedeutungsvolle !

 

Damit dieser Vorgang mit einer sanften Erweiterung der Bewegung überhaupt eintreten kann, nimmt der Übende ein passendes, wirklichkeitsgetreues 'Bild' zu dieser Übung in eine ruhige Vorstellung. Ein passendes Bild nach den Inhalten des Neuen Yogawillens ist das schwerelose Aufstreben der Bewegung aus der Brustwirbelsäule heraus. Ein aktives Hochdrücken des Körpers wird bewusst vermieden.

 

Durch diese Vorgehensweise können starke Belastungen an der Halswirbelsäule vermieden werden, ja sogar regenerative Kräfte durch die oben erwähnten feinen Lebensenergien angeregt werden. Bei Vorschädigungen der Halswirbelsäule kann eine Ausführung dieser Übung jedoch kontraindiziert sein. Siehe zu diesem Thema die Anmerkung und die Linkempfehlung in der Spalte rechts.

 

Die Yogalehrerin Sigrid Gross-Göritz geht in ihrem Bericht zu dieser Fortbildung auf die Übung des Schulterstandes genauer ein. Ihr Bericht ist > hier zu finden.

 

Schulterstand - Abstoppen der Aufwärtsbewegung, um über das Innehalten feine Energien der Brustwirbelsäule zu mobilisieren

Anmerkung:
Der Schulterstand wird bezüglich seines gesund-heitlichen Wertes, bzw. seiner möglichen Gefahren, insbesondere für die Halswirbelsäule, in Yoga-kreisen, bei Krankenkassen und Volkshochschulen z.Z. kontrovers diskutiert. Eine differenzierte Betrachtung zu Vorzügen und Gefahren dieser Übung hat Heinz Grill in einem
> Artikel zusammengefasst.

 

Wie diese Vorgehensweise über das Bewusstsein eine Bewegung harmonisiert und 
das gedankliche Aktivwerden vor und während der Ausführung die körpereigenen Bindegewebsstrukturen stützt und stärkt, führte Christina Kullmann in einem ausführlichen Fachvortrag heran ...

 

 

5. Das Bindegewebe - Aufbau, Funktion und dessen Stärkung

 

Einige wesentliche Aussagen des Vortrages von Christina Kullmann (Osteopathin und Heilpraktikerin) sind im folgenden Text zusammengefasst. Ein ausführliches Skript ihres Beitrages steht am Ende zum Download zur Verfügung.

 

Was ist das Bindegewebe, was sind Faszien ?


Das Bindegewebe ist das verbindende Gewebe im Körper und bildet eine wichtige Grundlage für die Formung des Körpers. Dabei darf es weder zu hart noch zu weich sein, sondern ist im Idealfall in einer ständigen dynamischen Veränderung begriffen und gewährt dem Menschen so eine freie Beweglichkeit. Dehnung und Bewegung sind die allgemein bekannten Möglichkeiten, um das Bindegewebe mobil zu halten. Doch auch die Wahrnehmung und das Denken haben einen wesentlichen Einfluss auf die Gewebequalität und können den Menschen zu fest machen oder zu ungeformt lassen.

 

Faszie heißt im Wortsinn: “Verbund„ oder „Bündel“. Es beschreibt also eine Bündelung von Bindegewebe. Zu Faszien gehören alle elastin- und kollegenhaltigen Bindegewebe, insbesondere Gelenk- und Organkapseln, Bänder, Muskelhüllen, Membranen, Sehnen und die flächigen festen Bindegewebsschichten, die eigentlichen Faszien.

 

Man kann sich Bindegewebe als gitterartige Struktur vorstellen, die von einer gel-artigen Substanz durchdrungen ist, dem extrazellulären Wasser. Die Gitterstruktur entsteht durch feste Kollagenfasern und elastische Elastinfasern. Natürlich gibt es auch Bindegewebszellen, aber die machen nur 5 % des Gesamten aus. Es ist bildhaft gesprochen so wie eine Stadt. Die Gebäude entsprechen den Kollegenfasern und der Grundsubstanz, die Bindegewebszellen sind wie die Menschen in der Stadt. Sie bewegen sich fort, bauen auf und ab.

 

Es ist wie ein flexibles, dreidimensionales Netzwerk, durchtränkt von Flüssigkeit. Dabei kann das Netzwerk ganz unterschiedliche Qualitäten annehmen, von extrem fest und stabil bis ganz weich und locker, je nach Bedarf und Funktion.

 

Robert Schleip bezeichnet das Bindegewebe als einen Universalbaustoff des Körpers.[3]  Thomas W. Myers nennt es Flüssigkeitskristall. [4]

 

Bindegewebe bildet je nach Ort völlig verschiedene Formen: Umhüllungen für Muskeln und Organe, Stränge wie z.B. die Achillessehne, Platten, wie die große Rückenfaszie oder auch Beutel wie der Herzbeutel, das Perikard.

 

Die Orange mit ihrer Schale und ihren geordneten größeren und kleineren Kammern bewahrt Form und Struktur durch ihr Bindegewebe
Manche Tiere, wie z.B. das Wild, haben eine auf Wendigkeit und Schnelligkeit ausgelegte Bindegewebsstruktur / (c) fotolia

[3]  Robert Schleip, u.a. - Lehrbuch Faszien, 2014, München, 1. Auflage

[4] Thomas W. Myers, - Anatomy Trains, Myofasziale Leitbahnen, 2015, München, 3. Auflage

Was sind die Funktionen des Bindegewebes ?

 

Die Funktionen des Bindegewebes, der Faszien, sind allumgreifend. Sie halten den Körper zusammen und verbinden alle Anteile miteinander. Faszien stehen für Leben, Zirkulation, Immunologie, Zusammenhalt, Bewegung, Formgebung, Verbindung, Stabilität und Kommunikation. Darüber hinaus sind sie ein wesentlicher Bestandteil der Wahrnehmung - sowohl der äußeren Umwelt, als auch des eigenen Körpergefühls. Das heißt die Faszien stellen eine Art körperliches Bindeglied dar zwischen Seele (Wahrnehmung) und Körper oder zwischen Innenwelt und Außenwelt.

 

   Formgebung und Spannungsaufbau

 

Mit den neuesten Erkenntnissen über die Faszien hat sich auch die Vorstellung über den Bau des Körpers geändert. Bisher ging man davon aus, dass das Skelett die maßgeblich stützende Struktur im Körper ist und Muskeln und Organe daran „aufgehängt“ seien. Die Knochen, so dachte man bisher, würden durch die Kontraktion und Dehnung der Muskulatur bewegt. Durch die Erkenntnisse aus der Faszien-Forschung betrachtet man den Körper jetzt mehr wie ein komplexes Zug- und Spannungssystem, die Knochen kann man sich eher wie Abstandshalter darin vorstellen, die sich untereinander aber nie direkt berühren. Siehe Foto. Bildhaft gesehen sind die Faszien wie Gummizüge - sie bauen die Spannung auf und je nachdem wie diese verteilt ist, orientieren sich die Knochen im Raum. Tatsächlich berühren sich (außer im Schädel) an keiner Stelle im Körper Knochen direkt. Immer sind sie über Gelenke, Knorpel, Sehnen miteinander verbunden. Man kann die Bedeutung des Spannungsaufbaus auch daran erkennen, dass ein Skelett an sich nicht aufstellbar ist. Es würde, wenn es nicht mit Schrauben o.ä. fixiert wäre, einfach in sich zusammenfallen. Umgekehrt, hätten wir kein Skelett, wären wir wohl eher kugelig geformt wie ein mit Wasser gefüllter Beutel.

 

Heinz Grill beschreibt den Erhalt der inneren Spannung als die wesentlichste Funktion des Bindegewebes. Das Bindegewebe ist ein ganz wesentlicher Wasserspeicher und Wasserorganisator. Die Wassermoleküle sind an Zucker-Eiweißketten gebunden, d.h. sie sind organisiert. Das Wasser wird aktiv aus dem Gefäßsystem herausgesaugt. Das zeigt, dass das Bindegewebe, je nach Anforderung mehr oder weniger Spannung über die Regulation des Wassers herstellen kann. 

 

Funktionen des Bindegewebes ...

  • Formgebung
  • Spannungsaufbau
  • Bewegung
  • Versorgung 
  • Wahrnehmung
  • Kommunikation
Tensegrity-Modell - Ausdruck für den Form- und Spannungsaufbau des menschlichen Körpers / (c) Christina Kullmann

   Bewegung

 

Die Faszien sind nicht nur die Struktur, die die Form des Körpers erhalten, sie ermöglichen auch die Bewegungen. Wenn Faszien zu fest werden, ist Bewegung eingeschränkt, sind sie zu locker, entstehen Instabilitäten.

 

Durch die Faszien ist die Kontinuität der Bewegungen über lange Ketten im Körper gegeben. Es gibt verschiedene Vorstellungen wie sich Bewegung über mehrere Strukturen hinweg in einer Kontinuität im Körper ausarbeitet. Wenn man z.B. in eine rückwärts-beugende asana geht, so ist die gesamte Körpervorderseite in einer Öffnung und Dehnung begriffen. Die Faszien stellen dabei das über Gelenke und einzelne Muskeln hinweg verbindende Element dar. Thomas W. Myers hat sehr intensiv über diese gelenkübergreifenden Faszien geforscht und nennt sie 'Myofasziale Leitbahnen', englisch: Anatomy Trains.

 

Die Faszien brauchen durchaus wechselnde Formen von Beanspruchung. Also nicht nur über einen längeren Zeitraum gehaltene Dehnungen, sondern durchaus auch einen dynamischen Wechsel und spannkräftigere Übungen. 

 

Bei Bewegung darf man aber nicht nur an die äußeren Bewegungen denken. Auch die Bewegungen der inneren Organe sind wesentlich. So bewegen sich z.B. die Nieren bei jeder Einatmung ca. 4-5 cm nach unten. Sie legen so immerhin 800 m pro Tag zurück.  Das gleiche gilt für die Lungen, das Herz und die Leber. Für dieses Beweglichkeit muss auch das Bindegewebe entsprechend flexibel und dynamisch sein. Wird es im Organbereich zu fest entstehen Fibrotisierungen, Schrumpfungen, wird es zu weich, entstehen Senkungen. In beiden Fällen könnten die Organe nicht mehr richtig funktionieren.

 

Faszienlinien

Nach Thomas Myers gibt es eine durchlaufende, oberflächige Rückenlinie ORL und eine ober-flächige, zweigeteilte Frontallinie OFL (neben anderen zentralen Faszienlinien)

   Versorgung

 

Der gesamte Stoffwechsel läuft im extrazellulären Raum und damit im Bindegewebe ab. Die Kapillaren transportieren die notwendigen Aufbaustoffe und den Sauerstoff zu den Zellen. Der Austausch der Stoffe geschieht im extrazellulären Raum. Die Zellen geben ihre Abbauprodukte nach außen ab und nehmen von dort neue Nährstoffe auf. Außerdem sind Fresszellen anwesend, die Stoffwechsel-Abbauprodukte enzymatisch auflösen, d.h. auch für das Immunsystem hat das Bindegewebe eine große Bedeutung. Im extrazellulären Raum entsteht auch Lymphe, die dann über eigene Lymphgefäße abtransportiert wird. Das Bindegewebe funktioniert auch als ein wichtiger Wasserspeicher und ermöglicht den Zellen, ihren eigenen Wassergehalt flexibel zu gestalten. 

 

Dieses wässrige Element des Bindegewebes ist ein Hinweis, dass hier > Ätherkräfte besonders eingreifen können. Der > chemische Äther wirkt zusammenziehend einerseits und Raum eröffnend andererseits. Er wirkt koordinierend. Die Flüssigkeit im Bindegewebe, die gesamte extrazelluläre Flüssigkeit muss koordiniert werden, sonst entstehen Stauungen.

 

   Wahrnehmung

 

Die Faszien werden heute als körperweites und größtes Informations- und Sinnesorgan betrachtet, weil in ihnen eine riesige Anzahl von freien Nervenendigungen und Propriozeptoren sind. Sie melden Informationen über Bewegung, Lage, Spannung Druck und Schmerzen an das Gehirn und an das vegetative Nervensystem.

 

Auch die inneren Organe sind von Faszien umhüllt und bestimmen das, was man als „Bauchgefühl“ bezeichnet, die Interozeption oder Innenwahrnehmung. Die Anzahl der Interozeptoren in den Faszien ist sogar noch viel größer als die der Propriozeptoren, also der „Bewegungsmelder“. 

 

In diesem intensiven Wahrnehmungsprozess, der durch die in den Faszien liegenden Nervenendungen stattfindet, offenbart sich eine Wirkung des > Lichtäthers, bzw. hier liegt vielleicht sogar die physische Eingreifstelle des Lichtäthers. Wir sind mit den vielen Rezeptoren in der Peripherie wie nach außen ausgestreckt, als würden wir mit unseren „Fühlern“ in den Raum hineinragen und Informationen aufnehmen. Besonders dann, wenn wir das Bewusstsein direkt nach außen lenken und mit einer Frage oder einem Gedanken uns nach außen wenden, dann entsteht besonders dieses Lichtwirken, die strukturierende, formbildende Kraft des Lichtes.

 

Die Faszien und das Denken

 

Das Bindegewebe ist durchsichtig. Hier zeigt sich seine Relation zum Licht. Der vermittelnde oder umsetzende Stoff selbst ist die Kieselsäure. Sie ist im Bindegewebe besonders vorhanden. Man kann sagen, die Gestaltungskraft des Lichtes begegnet dem Stoff. 

 

Die Kieselsäure ist in der reinen Form im Bergkristall zu sehen. Sie ist klar, durchsichtig. Hier haben wir ein schönes Bild im Bindegewebe: Auch das Bindegewebe ist klar, durchscheinend, lichtdurchlässig. Hierin scheint es einen Hinweis auf die Lichtaffinität zu geben und damit auf die Gedankenaffinität des Bindegewebes. Das Bindegewebe ist einerseits das physische Gewebe, welches Form bildet, gleichzeitig ist es in einer ständigen Dynamik und Veränderbarkeit begriffen, je nachdem wie die Lebenskräfte, die Ätherkräfte einwirken. Die klare, lichtdurchlässige Struktur zeigt ihre Beziehung zum Kiesel und zum Licht. Die faserige Struktur (die polyedrischen Mikrovakuolen) zeigt die Beziehung zum Kiesel, zum Kristall. Das wässrige Element zeigt die Beziehung zum Ätherischen, insbesondere zum chemischen Äther.

 

Nach Heinz Grill ist der Kiesel auf den Menschen bezogen gleichzusetzen mit der Fähigkeit, Gedanken zu bilden und Gedanken anzuwenden. [5]

 

Das Denken selbst ist wie ein Licht, das auf den Körper strahlt. Jeder kennt das selbst aus eigener Erfahrung: Je nachdem wie man denkt, wirkt es sich unmittelbar auf die Körperhaltung aus. Hat man Sorgen, fühlt man sich in den Körper hineingedrückt, er wird schwer, man kann sich kaum noch der Schwerkraft erwehren, oder es sitzt einem etwas im Nacken: Der Kopf bekommt die Tendenz nach vorne zu kippen, die Nackenmuskulatur kommt in eine chronische Verspannung. Ist umgekehrt aber das Interesse für eine Sache geweckt, gelingt das Aufrichten, das Langwerden ganz leicht und mühelos.

 

Auf die asana-Praxis bezogen ist die Beteiligung des Bewusstseins genauso in der Auswirkung: Wenn ein Gedanke vorhanden ist und eine Vorstellung tatsächlich eigenaktiv gedacht wird, dann bekommt die asana einen anderen Ausdruck. Sie wird leichter, dynamischer, geordneter und es entsteht eine Empfindung, eine seelische Verbindung zu dem physischen Handeln. Man könnte auch sagen, es entsteht Sinn oder Bedeutung. Wenn man eine asana ohne Gedanken ausführt, dann wird zwar auch durchaus das Bindegewebe gedehnt und komprimiert und es wird sich entsprechend verformen, aber die Qualität wird doch eine andere sein. Wenn das Lichtvolle des Gedankens fehlt, ist damit die Empfindungsintensität reduziert. Die Empfindung aber ist es geradezu, die anzeigt, dass das Ich des Menschen in seiner Kapazität aktiv geworden ist und den physischen Körper durchdringt, ihn neu belebt. 

 

Das Bindegewebe ist das Gewebe, das die Form praktisch umsetzt im Körper. Es ist also quasi das Zielgewebe des Gedankens, vermittelt über das Licht und das Wasser.

 

Das komplette Vortragsskript von Christina Kullmann kann als PDF-Datei hier herunter-geladen werden ...

 

Der Bergkristall - Ausdruck reiner Kieselkraft im Physischen, Siliziumdioxid

[5]  Heinz Grill, Ein Neuer Yogawille, 2010, S. 169 ff

Download
Bindegewebe-C.Kullmann_V1.0.pdf
PDF-Dokument [433.9 KB]

  

In Ergänzung zu Christina Kullmanns Vortrag hat die Yogalehrerin Annette Krätschmer

nach dem Seminar ein paar weitere, wertvolle Gedanken zu dem Thema Bindegewebe
zusammengetragen. In ihrer Ausarbeitung, die nachfolgend als Download zur Verfügung
steht, führt sie naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Ergebnisse aus der 
Bindegewebsforschung zusammen.

 

Download
Bindegewebe-A.Kraetschmer.pdf
PDF-Dokument [393.4 KB]

 

 

Übungspraxis

Skorpion (vṛścikāsana, vrishchikasana) – Klare Vorstellung ... gewagter Sprung[6]

 

Ausführung

 

Der Skorpion ist eine fortgeschrittene Übung, die einen mutigen Sprung in den freien Raum erfordert. Noch bevor der Körper in die erste Bewegung geht, wird das Bild eines aufgestellten Bogens, auf den Unterarmen balancierend, in eine ruhige Vorstellung genommen. (1. Schritt, ohne Foto)

 

In diesem Konzentrationsprozess beginnen feine Lebensenergien sich zu sammeln und zu formieren. Sie bilden die Voraussetzung dafür, dass die vitalen Kräfte den Körper in einen harmonischen und ausbalancierten Spannungsbogen bringen und ihn dort halten können.

 

Im ersten Foto (dem 2. Schritt) ist zu erkennen, wie sich Arme, Rücken und Beine koordinieren. Es baut sich eine durchlaufende Dehnspannung auf, in der die Faszienlinien eine entscheidende Rolle für den sich anschließenden Sprung spielen. Das Zentrum der Koordination ist das Kreuzbein am unteren Ende der Wirbelsäule (svadhistana-cakra). Die Zeitdauer für diese Konzentrationsphase sollte nicht zu lang sein. Ein Zeitraum von nur 3-6 Sek. hat sich gut bewährt. Ist der Körper oben in der Bogenform findet die Formung zusätzlichen Ausdruck durch die Spannkraft der Wirbelsäule. Diese zeigt sich durch ein Ausspannen der gesamten, insbesondere oberen Brustwirbelsäule (manipura-cakra). Eine gewisse Kraft in Armen und Schultergürtel ist Voraussetzung für die Ausführung, wobei Mut, Koordination und die Dynamisierung der Brustwirbelsäule den wesentlichsten Zugang eröffnen.

 

Ein möglicher Lernschritt ...


Die hier gemeinte und erlernbare Vorstellungsbildung ist eine wirklich eigene Disziplin. Das Bilden von in sich schlüssigen Gedanken und logischen Zusammenhängen erzeugt über den Vorgang der Konzentration eine eigenständige Kraft, eine selbstständige, gedankliche Existenzform. Diese entfaltet über die Kieselsäure im Körper, insbesondere im Bindegewebe, eine strukturierende Kraft für den ganzen Organismus.


Die Vorstellungsbildung ist elementar von einer Form des Für-wahr-Haltens, des Daran-Glaubens oder dem Sprechen einer Suggestionsformel oder einer Affirmation zu unterscheiden !  Während letztere Formen in einem gewissen Sinn passiv bleiben, benutzt der Übende bei der Vorstellungsbildung sein Ich-Selbst und setzt damit bewusst seine Schöpferkraft ein.

 

[6]  Siehe Heinz Grill, Die Seelendimension des Yoga, 2015 - 4. Auflage

 

Skorpion -1- Gedankliche Vorbereitung mit Dehnspannung im Körper
Skorpion -2- Endstellung, aufgespannter und konzentriert gehaltener Bogen

 

 

6. Das Training des Formerlebens - Wirkungen auf die Gesundheit

 

Was sind positive Wirkungen auf die Gesundheit, wenn Grundlagen des Formerlebens bei der Yoga-Übungspraxis berücksichtigt werden ?

 

Körperlich ...

 

Bei den Übungen, die die Zentrierung und Kontraktion im Beckenraum betonen, wie z.B. die Grundstellung der Waage, ihre gedrehte Form oder das Flankendreieck wirkt das auf die Organstrukturen stärkend. In Verbindung mit der 'Freien Atmung' werden diese in ihrem Aufbau von Proteinen, in ihrer Eiweißstrukturbildung gestärkt. Damit sei nur mal eine von vielen Wirkung benannt.

 

Psychisch ...

 

Auf der psychischen Ebene findet eine Stärkung statt, die über die Wirkung jener neueren Form der Vorstellungs- und Konzentrationsbildung zu erklären ist. Weil die gedanklichen Vorstellungen im 'Außen' bleiben, wie bei einem Bild, das auf eine entfernte Leinwand projiziert wird, bildet sich ein feiner, nur im metaphysischen sichtbarer, Schutzmantel aus. Ein nach innen Spüren und Horchen erzeugt diesen Schutzmantel hingegen nicht !

Aus einer geistigen Sichtweise erläuterte Heinz Grill diesen Schutzmantel mit einer Tafelzeichnung (nachgezeichnet und ergänzt vom Autor) ...

 

 

Er führte anhand der Tafelskizze aus, dass je freier Gedanken und Vorstellungen gedacht werden können, also je freier sie von subjektiven Gefühlen bleiben, diese umso stabilisierender nach innen auf die Psyche und die Organe wirken können. Über die Anwesenheit der Kieselsäure im Organismus baut sich, so Heinz Grill, ein feiner Schutzmantel auf, der es vermag, dass destruktive Einflüsse abgewiesen werden und dennoch eine feine Sensibilität für die Wahrnehmung des äußeren Umfeldes erhalten bleibt. Die Stabilisierung geschehe in 1. Instanz durch konkrete Vorstellungsbildung, sagte er.

 

Eine allgemeingültige Erkenntnis, die mit diesem Zusammenhang Gedankenbildung - Kieselsäure-Schutzmantel angeregt wurde, war, dass durch geeignete Vorstellungen, die der Mensch bewusst erbaut, sich Verhärtungen auflösen können, die ansonsten durch Abwehrreaktionen entstehen.

 

Es entsteht dadurch eine neue Qualität von Beziehungsfähigkeit, die nicht durch Abwehr abgeschwächt wird, sondern die durch aktive Vorstellungstätigkeit eine Form von Integration ermöglicht. Auf der physischen Ebene können damit Spannungen, die belastend sind, ausgeglichen werden, z.B. Wirkungen von Funkstrahlungen oder auf der psychischen Ebene Beleidigungen, die destruktiv gegen die eigene Person gerichtet sind.

 

In der aktiven Beziehungsfähigkeit und Handlung entsteht Schutz,

so ein Zusammenhang, der in diesem Seminar am Ende vor den 
Teilnehmern stand.

 

Flanken-Dreieck

"Je mehr eine Vorstellung im Äußeren bleibt, umso besser wirken stabilisierende Kräfte bis ins Innere auf die Zellebene."

Heinz Grill    

 

Abschließende Gedanken

 

Es ist ein großer Unterschied in der Wirkung, wenn eine Formung von außen durch klare und logische Gedanken erfolgt oder aus einem subjektiven Gefühl von innen heraus. Als ein lebendiges Beispiel für die Harmonie und Ausdrucksstärke von Formen können die künstlerischen Arbeiten von Michelangelo dienen.

 

Metaphysisch betrachtet entwickelt sich eine harmonische, eine die Gesundheit förderliche Körperbewegung und -form aus dem Ganzen heraus, ... aus dem Kosmos wie ein östlich geprägter Mensch wohl sagen würde, oder  ... aus dem Geist, aus dem Gedanken, wie ein westlich orientierter Mensch eher sagen würde.

Die Praxis mit Yogaübungen, die asana-Praxis, bietet dafür ein hervorragendes Übungs- und Erfahrungsfeld, das jeder entsprechend seiner Konstitution und Kondition betreten kann. Eine wichtige Frage dabei ist die der 'Entwicklung' in der Yogapraxis. Wohin entwickelt sich der Mensch, wenn er Yogaübungen praktiziert ?

 

Die positiven Wirkungen sind zum einen körperlich zu sehen, insbesondere für ein nicht zu festes und nicht zu lockeres Bindegewebe sowie für einen individuellen Aufbau von körpereigenem Eiweiß. Dies stärkt die Organfunktionen.

 

Auch auf der psychischen Ebene ergeben sich durch den Zusammenhang von aktiver Gedankenbildung und der belebend-schützenden Wirkung der Kieselsäure stabilisierende und zentrierende Effekte. Die Psyche wird empfindungsfreudiger und zugleich resistenter gegen destruktive Einflüsse, sie baut ein inneres Rückgrat auf. Sie kann sich gesund weiten und damit zugleich an Stabilität gewinnen.

 

> zum Anfang

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> Fachfortbildung April 2017 (vertiefende Inhalte)

 

(c) 1&1

Michelangelo hat den 'David' in einem Ausdruck geschaffen, der die Körperhaltung kurz vor dem Kampf mit Goliath zeigt. Ein klarer, zentrierter Blick scheint eine Körperhaltung zu organisieren, die leicht und zugleich spannfreudig ist. Der zentrierte Gesichtsausdruck kann bei > Wiki als Kopfportrait angesehen werden.

 

Anhang und Anregungen zum Studium

 

 

Am Ende der Seminartage schlug Heinz Grill zur Vertiefung und schriftlichen Ausarbeitung der Inhalte zwei Aufgabenstellungen vor ...

  • Wie entsteht eine Verschönerung des Körpers ?
  • Welche Eigenschaften, Handlungen, Vorstellungen und Gedanken stabilisieren die Psyche, welche destabilisieren sie ? 
    ... und warum jeweils ?  (So ließe sich z.B. nicht einfach sagen, dass das Internet schlecht und ein Mantrasingen förderlich ist.)

     

Anschauliche Doku von arte zum Aufbau und Funktion der Faszien ...

 

Faszien - geheimnisvolle Welt unter der Haut / arte-Doku

 

 

Downloads zu den Beiträgen über das Bindegewebe ...

 

Christina Kullmann
Bindegewebe-C.Kullmann_V1.0.pdf
PDF-Dokument [433.9 KB]
Annette Krätschmer
Das Bindegewebe, natur- und geisteswissenschaftliche Betrachtungen
Bindegewebe-A.Kraetschmer.pdf
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