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Der freie Atem -  Die Lunge als das zentrale Atemorgan

22.04.2020

Von Christina Kullmann

„Der Geist steht am Anfang, die Seele in der Mitte und schließlich als letzte Instanz spiegelt sich das geistig seelische Leben im Körper wider. Der Geist ist frei von der Atmung, kann diese aber harmonisierend beeinflussen.“ (1)


 

Der Atem ist ein rhythmischer Vorgang der beständig zwischen Ein- und Ausatmung schwingt. Er ist in hohem Maße mit dem seelischen Erleben, bewusst und unbewusst, verbunden. 

Bei seelischer Anspannung wird der Atem flach und schnell, im Schreck stockt uns der Atem, bei Erleichterung kommt ein tiefer Seufzer, nur um einige extreme Beispiele zu nennen. 


Mit der Einatmung nimmt der Mensch nach Heinz Grill nicht nur die materielle Luft auf, sondern auch die Sphäre der Umgebung mit allen feinstofflichen Kräften auf. Die Einatmung beschreibt also eine intensive Begegnung, Berührung, Annäherung, Verbindung mit der Umgebung. Den Luftraum teilen wir mit allen Lebewesen. Das, was gerade ein Anderer ausgeatmet hat, atme ich vielleicht schon im nächsten Moment wieder ein. Luft die rein stofflich von einer Fabrik verschmutzt wird, bedeutet für alle die in der Nähe leben, verschmutzte Atemluft. Genauso ist es verhält es sich aber auch mit den feineren, nicht physisch messbaren  Seelenstimmungen. Man kennt das gut, wenn man einen Raum betritt, indem gerade gestritten wurde: es herrscht dicke Luft! 

 

Die Einatmung ist unmittelbar mit dem Bewegungselement in Verbindung. Bei allen Aktivitäten die der Mensch entfaltet wird Sauerstoff verbraucht. Sauerstoff bildet die Grundlage für die intrazelluläre Energiegewinnung . Auch mentale Aktivitäten verbrauchen ein mehr an Glukose und damit an Sauerstoff. Aktivität ist körperlich immer auch mit einer stärkeren Durchblutung, Stoffwechselaktivität und damit Wärmebildung verbunden. Wärme und Blut bilden eine Einheit. Mit der Atmung und der Begegnung von Blut und Sauerstoff ist ein stärkeres Verbinden der Seele mit dem Körper gegeben.

 

Mit der Ausatmung wird die Luft an die Außenwelt wieder abgegeben. Der Brustraum wird wieder kleiner, die Lunge entleert sich, Es ist eine Bewegung des Zurückweichens, des Loslassen Heinz Grill beschreibt es als ein Rückzug aus der Umgebung, ein Lösen von der Sphäre. 

Komplementär zur Aktivität des Einatmens zeigt sich in der Ausatmung die beschauliche, ruhige, innere, empfindsame Seite im Menschen. In der ruhigen Beschaulichkeit, Kontemplation, verbraucht der Mensch kaum Sauerstoff, Der Atem verlangsamt sich im Rhythmus und in der Tiefe. Bildhaft könnte man sagen, der Mensch wird pflanzenhafter. Heinz Grill beschreibt es so, dass man in diesem Zustand mehr vom CO2 selbst lebt.  Dieses beginnt seine Giftwirkung zu verlieren und sich mehr in C und O2 gliedert. So kann der Körper eine bessere Festigkeit und Ruhe entwickeln, er wird durch den Kohlenstoff ganz zum Körper. 

 

Der Atem nimmt damit eine Mittenstellung ein. Der übergeordnete Geist oder der Gedanke stellt die freie, ganz unabhängige Dimension dar. Diese Dimension lebt quasi über dem Menschen und kann durch bewusstes Denken wahrgenommen werden. Der umliegende Kosmos entspricht der Seele des Menschen und drückt sich z.B. durch das Atemgeschehen aus.

Jeder Gedanke den wir denken, jede Vorstellung die wir pflegen, auch jeder Sinneseindruck den wir aufnehmen, hinterlässt einen Abdruck zunächst im Bewusstsein und im Unterbewusstsein und in der Folge im Atemgeschehen, in der Atembewegung. Es entsteht eine bestimmte Atemform oder eine Atemgestalt, die wiederum eine bestimmte Auswirkung auf die Flüssigkeitsbewegungen im Körper hat. Es prägt sich über die Atembewegung eine Bewegung in den Körper. Diese ist zunächst vielleicht nur flüchtig, aber über längerem Zeitraum, zeigt sich auch ein dem entsprechendes Körperschema, eine Körperhaltung, eine Körperform. 

 

Der Geist, der bewusst gewählte Gedanke, kann nun den Atem harmonisieren und befreien von unbewussten Blockaden und hemmenden Atemmustern. Je klarer ein Gedanke in die Vorstellung geführt wird, desto weniger Einfluss hat das Unterbewusstsein mit seinen vielen bedrängenden Ängsten und Sorgen. 

 
Die Lunge 

 

„Das zentrale Organ des Atemsystems ist die Lunge .Die beiden Lungenhälften werden als Flügel bezeichnet und erinnern das Gemüt an ein lichtes, und luftiges, nach innen gestülptes Wesen, das sich in ständig rhythmischen Bewegungen zwischen Inspiration und Expiration verändert. 

Die Lunge ist wie ein nach unten gekehrter Baum in den Menschen hinein versenkt.“

„Eine auffällige Eigenheit der Lunge ist das beständige Bestreben, das das Organ nach einem Rückzug besitzt.“    (2)

 

Aufbau der Lunge 

 

Die beiden Lungenflügel liegen in der Brusthöhle und umgeben jeweils seitlich das Mediastinum. (3)

Die Lungenflügel liegen mit ihrer Außenseite den Rippen 1-8 an. Nach unten werden die Lungen durch das Zwerchfell begrenzt, nach oben ragen ihre Spitzen jeweils etwas über die Schlüsselbeine hinaus. Zwischen dem linken und dem rechten Lungenflügel liegt, wie bereits erwähnt, das Herz.

Durch die nach links verschobene Position des Herzens ist der linke Lungenflügel kleiner als der rechte. 

Der Teil der Lunge, der dem Zwerchfell aufliegt, wird als Lungenbasis bezeichnet, der obere Teil als Lungenspitze. Die Lungenbasis tritt bei der Einatmung durch die Kontraktion des Zwerchfells um ca. 3-4cm tiefer, um bei der Ausatmung wieder nach oben zu steigen. 

Die Hauptbronchien und die Lungengefäße treten über den an der medialen Seite eines jeden Lungenflügels gelegen Lungenhilus in die Lungen ein.

 

Die linke Lunge wird durch eine schräg verlaufende Spalte in einen oberen und unteren Lungenlappen geteilt, während die rechte Lunge durch zwei Spalten in drei Lappen aufgeteilt ist. Entsprechend ist der Bronchiallbaum auf der rechten Seite in drei, auf der linken Seite dagegen in zwei Lappenbronchien unterteilt.

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Die Bronchien, der Bronchialbaum

An ihrem unteren Ende, ca. in Höhe des 5. Brustwirbels, teilt sich die Luftröhre in die beiden Hauptbronchien. Die Bronchienwand besteht aus Knorpelspangen und Schleimhaut mit Flimmerepithel. Nach wenigen Zentimetern teilt sich jeder Hauptbronchus in kleinere Bronchien auf, die sich jeweils immer weiter in kleinere Äste verzweigen. Durch mehr als zwanzig Teilungsschritte entsteht so das weit verzweigte System des Bronchialbaumes. 

Je kleiner die Bronchien werden, desto einfacher und dünnwandiger wird ihr innerer Aufbau. Die Bronchiolen haben mit ihrem Innendurchmesser von 1 mm gar keine Knorpel Einlagerungen mehr, dafür reichlich glatte Muskulatur, die den Luftstrom regeln kann. 

Alveolen 


 Am Ende gehen die Bronchialen dann unmittelbar in das eigentliche Lungengewebe, die Lungenbläschen (Alveolen) über. Diese liegen traubenförmig um die Bronchioli herum. In den Alveolen der Lunge sind Blut und Luft nur durch eine dünne Schicht aus Alveolarepithel und Kapillarendothel voneinander getrennt. Der Sauerstoff aus den Alveolen kann leicht und rasch in das Kapillarblut übertreten, während das Kohlendioxid den umgekehrten Weg nimmt. (Blut/Luft-Schranke) 


 

Die Alveolen haben bei der Ausatmung einen Durchmesser von ca. 0,2mm, der bei der Einatmung auf 0,4 mm ausgedehnt wird. Da ihre Wand nur etwa 0,001 mm dick und nur aus einer einzigen Zellschicht aufgebaut ist, besteht die Gefahr, dass die Lungenbläschen wie Seifenblasen entweder in sich zusammenfallen oder platzen. Dies wird jedoch durch ein Phosphorlipid, den Surfactant (Oberflächenfaktor) verhindert. Dieser Surfactant kleidet die Innenfläche der Alveolen aus, dadurch sinkt die Oberflächenspannung und ein zusammenfallen der Alveolen bei der Ausatmung wird verhindert. Der Surfactant und die elastischen Fasern im Lungengewebe die wie ein Netz die Alveolen umgeben, bestimmen gemeinsam die Lungendehnbarkeit( Compliance).  Sie ist ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung der Lungenfunktion.

Pleura 

Beide Lungenflügel sind von einer hauchdünnen, mit Gefäßen versorgten Hülle, dem Lungenfell (Pleura visceralis), überzogen. 

Das Lungenfell grenzt, nur durch einen flüssigkeitsgefüllten Spalt getrennt, an das Rippenfall (Pleura parietalis), das wiederum seinerseits die Brustwand, das Zwerchfell und das Mediastinum, auskleidet. Beide Pleurablätter werden zusammen als Pleura oder Brustfell bezeichnet. Das äußere Rippenfell ist mit sensiblen, schmerzleitenden Nerven des N.phrenicus (Atemnerv, der auch das Zwerchfell innerviert), versorgt und ist deshalb bei einer Entzündung, (Pleuritis) sehr schmerzhaft. Das Lungengewebe mit dem ihn umgebenden Lungenfell dagegen ist schmerzunempfindlich, es wird nur vom vegetativen Nervensystem innerviert.

 

Zwischen den beiden Pleurablättern, also in dem flüssigkeitsgefüllten Pleuraspalt, herrscht ein Unterdruck. Dadurch werden alle Bewegungen der Brustkorbwand und des Zwerchfells direkt auf die Lungen übertragen. Die Lungen sind also wie aufgespannt an der Innenseite des Brustkorbes und nach unten, zum Bauchraum hin, durch die Zwerchfellkuppeln.

Fällt der Unterdruck zwischen den Pleurablättern durch eine Verletzung weg, also dringt Luft in den Pleuraspalt, dann schnurrt der betroffene Lungenflügel in sich zusammen (Pneumothorax). 

 

Embryologie 

 

Damit die Lunge sich entwickeln kann, braucht sie einen Raum, die Pleurahöhle. Diese entwickelt sich aus dem Herzbeutel, dem Perikard. Etwa in der 8.Schwangerschaftswoche sind Herzbeutel und Pleurahöhle vollständig voneinander getrennt. Aus dem Herzraum (Perikard) wächst also schlauchförmig zu beiden Seiten der Lungenaum (Pleura) hervor. Es ist also erst der Raum da, dann erst kann das Organ entstehen! 

Wenn man das Bild der Lunge als zwei Flügel sieht, dann wäre das Herz das Organ der Mitte, welches diese beiden Flügel verbindet! 

 

Die Lunge selbst entsteht aus dem sogenannten Vorderdarm, das ist einer von vier Darmabschnitten der ganz frühen (4. - 6. Woche) embryonalen Entwicklung.  Hier zeigt sich ihre Bedeutung als Ernähungsorgan.

Zunächst sprosst nur eine Lungenknospe aus dem Darmgewebe heraus, die sich dann aber sogleich  in zwei Knospen teilt. 

Von Beginn an ist hier die auch im reifen Zustand bestehende Asymmetrie der rechten und linken Lunge mit der unterschiedliche Lappengliederung, vorhanden. Die rechte Knospe ist etwas kräftiger als die linke und teilt sich auch früher. Bis zur 16. Schwangerschaftswoche entsteht durch immer weiteres Aufsprossen und Aufteilen der Bronchialbaum. Ab diesem Zeitpunkt entwickelt sich dann über verschiedene Phasen hinweg das eigentliche Atemgewebe, die noch unreifen Alveolen. Erst durch das Eindringen von Luft in die Lungen nach der Geburt, entstehen die typischen reifen Alveolen. Es braucht also die direkte Begegnung mit dem Luftelement, damit die Lunge wirklich funktionieren kann. 

 

Die Lunge ist aber auch zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht voll ausgereift. Eine normal entwickelte neugeborenen Lunge  hat etwa 50 Millionen Alveolen. 85% der Alveolen entwickeln sich erst nach der Geburt:  bis zum 8. Lebensjahr entstehen ständig neue Alveolen, bis die endgültige Anzahl ( 300 Mio.) erreicht sind. Mit 3-4 Jahren ist die Lunge aber schon ein voll funktionierendes Atmungsorgan geworden.  Das Organ reift also noch über das gesamte erste Lebensjahrsiebt hinweg weiter und entwickelt sich mit zunehmender Verbindung der Seele mit der Erde. (4)

 

 

Man unterscheidet die äußere Atmung und die innere Atmung  (Zellatmung ).

 

Äußere Atmung 

 

Unter äußerer Atmung versteht man die Versorgung des Blutes in der Lunge mit Sauerstoff und das Abatmen von Kohlendioxid .

 Die normale Luft besteht zu 21% aus Sauerstoff (O2), 0,03 % Kohlendioxid (CO2) ca. 78 % Stickstoff (N)und Edelgasen.Die Ausatemluft besteht aus 4% Kohlendioxid und 17 % Sauerstoff, der Anteil von N bleibt interessanter Weise konstant.

 

Als ruhender Erwachsener macht man etwa 14 bis 16 Atemzüge pro Minuten. Pro Zug atmet man einen halben Liter Luft ein, das macht etwa siebeneinhalb Liter pro Minute, pro Tag also etwa 5400 Liter. 

 

Das sauerstoffarme und kohlendioxidreiche Blut aus dem Körper wird über das venöse System zum rechten Herzen transportiert. Von hier gelangt es über die Lungenarterie zur Lunge. Der Austausch der Gase findet zwischen den kleinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, und den Lungenbläschen statt. Die Alveolen in den Lungen haben die enorme Fläche von fast 100 qm. So beschreibt die wissenschaftliche Anschauung den Atemvorgang. Es werden die wägbaren Substanzen beschrieben, die Prozentanteile gemessen.

Wo treffen sich Blut und Atemluft? 

An einer hauchdünnen Membran. Der Abstand zwischen dem Inneren der Lungenbläschen und dem Inneren der sie umgebenden Blutkapillargefäße beträgt kaum 0,001 Millimeter. Die trennende Membran, die als Blut-Luft-Schranke bezeichnet wird, besteht aus der Alveolenwand und der Kapillarwand und ist jeweils nur eine Zelle dick. 

Die Atemgase müssen nur diese dünne Barriere von Epithelzellen der Lungenbläschen und Endothelzellen der Kapillaren passieren. 


 

An keiner Stelle im Körper ist die Berührung des Blutes mit dem „Außen“ so direkt wie in den Alveolen.

 Der Gasaustausch geschieht durch Diffusion. Das bedeutet, dass die Atemgase der geringeren Konzentration folgen. Das Kapillarblut enthält weniger Sauerstoff, die Atemluft weniger Kohlendioxid. Folglich diffundiert Sauerstoff ins Blut, Kohlenstoffdioxid in die Lungenbläschen. Stickstoff kann die Blut-Luft Schranke interessanterweise nicht passieren.

 

Der Prozess der Diffusion wird durch den Flüssigkeitsfilm im Innern der Lungenbläschen unterstützt. Bevor der Sauerstoff über die Blut-Luft-Schranke ins Blut gelangt, muss er in der Flüssigkeit gelöst werden.

Das mit Sauerstoff angereicherte Blut verlässt die Alveole und strömt über die Lungenvene zum linken Herzen. Dieses pumpt das sauerstoffreiche Blut in den großen Körperkreislauf, um die Zellen mit Sauerstoff zu versorgen. (5)

 

Das Zwerchfell als der zentrale Atemmuskel übermittelt mit seiner Aktivität die Atembewegungen sowohl an die Stoffwechselorgane und hier besonders an die Leber, als auch an den Darm. Das Herz liegt im Brustkorb umgeben von den beiden Lungenflügeln, nimmt ebenfalls unmittelbar teil an der Atembewegung. Es ist bildlich betrachtet wie umrahmt von den beiden Lungenflügeln. Herz und Lunge, die beiden großen Organe im mittleren Menschen, schwingen rhythmisch miteinander, jedes in seinem Rhythmus aber nie unabhängig voneinander. Verbunden sind beide rhythmischen Organe über den Blutkreislauf.

 

Innere Atmung  

 

CO2/O2  Zellen können Energie auch durch Oxidation von Glucose und auch anderer Stoffe gewinnen. Die Oxidation von Glucose ist jedoch die am häufigsten genutzte Energiequelle.

Zellen nehmen zu ihrer Energieversorgung Glucose auf. Sie wird im Cytoplasma und in den Mitochondrien vollständig zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert. 

Die Summengleichung lautet: C6 H12 O6 (Zucker)+ 6 O2 ⟶ 6 CO2 + 6 H2O   => ATP

Aus einem Molekül Glucose und sechs Molekülen Sauerstoff werden sechs Moleküle Kohlenstoffdioxid und sechs Moleküle Wasser.  Diese Oxidation verläuft über mehrere Schritte, am Ende ist die Glucose vollständig oxidiert  und die Zelle gewinnt dabei ATP, die universelle Energiewährung des Körpers.

 

Sauerstoff ist ein sehr reaktionsfreudiger Stoff, d.h. er ist beziehungsfreudig, verbindet sich schnell und leicht mit vielen anderen Stoffen ( Bsp. Metalle) .

Sauerstoff ist das häufigste und am weitesten verbreitete Element auf der Erde.  An der Luft beträgt sein Massenanteil 23,16 %, am Wasser 88,8 % 

 

Zusammenfassung: 

 

Die Lunge ist das zentrale Atemorgan und hat von sich aus immer die Tendenz zum Rückzug. Nur dadurch dass sie über die Pleura im Brustkorb aufgespannt ist, entsteht ein Raum im Körper, in den die Atemluft einströmen kann. Gleichzeitig ist die Lunge mit der Blut/Luftschranke der Ort der direktesten Berührung mit der Außenwelt. Der Atem ist normalerweise unbewusst und folgt den seelischen und atmosphärischen Mustern. 

„Je geordneter die Empfindungen im äußeren Umfeld des Menschen möglich und gestaltbar sind, desto mehr kann die innere Physiologie der Atmung bis hinein in die tiefsten und kompliziertesten Stoffwechselgesetze ebenfalls zu Harmonie und Ordnung, wie auch zu guter Gesundheit führen. „ (6) 

 

Der Geist, der bewusst gewählte Gedanke, kann nun den Atem harmonisieren und befreien von unbewussten Blockaden und hemmenden Atemmustern. Je klarer ein Gedanke in die Vorstellung geführt wird, desto weniger Einfluss hat das Unterbewusstsein mit seinen vielen bedrängenden Ängsten und Sorgen.

 

Literaturhinweise 

 1) Heinz Grill, Der freie Atem

 2) Heinz Grill. Kosmos und Mensch S: 187,188

 3) Als Mediastinum wird der bindegewebige Raum zwischen den Lungenflügeln bezeichnet. Er ist nach vorne durch das Brustbein, nach hinten durch die Wirbelsäule begrenzt.

4)  Rohen, Funktionelle Embryologie S.89 

5)  A.Scheffler, N.Mencher, Mensch Körper, Krankheit

6) Heinz Grill , Der freie Atem S. 26

Zeichnungen
Christina Kullmann