Stellungnahme zum Artikel 'Der Guru' in der Süddeutschen Zeitung vom 13.04.19

SZ vom 13.04.2019

Die Bedeutung des spirituellen Lehrers Heinz Grill muss groß sein, wenn eine renommierte deutsche Tageszeitung auf drei Seiten von ihm berichtet.
 

Eine saubere Recherche muss ich als aufmerksamer Leser jedoch deutlich in Frage stellen. Der in Text und Bild großformatige Artikel erweckt bei mir den Eindruck, dass hier Klientel-Politik betrieben wird sowie großflächig manipuliert und polarisiert werden soll. Es sind drei Punkte, die mich zu diesem Schluss kommen lassen …
 

(1) Statt beschreibende Aussagen zu verwenden, werden extrem viele Begriffe und Formulierungen suggestiv eingesetzt. So wird z.B. allein am Anfang des ungewöhnlich langen Artikels von Heinz Grill als Guru, von einer brutalen Tötung, von einem charismatischen Yogalehrer und von Anhängern gesprochen, die den Staat vorführen. Diese Begriffe sind im allgemeinen Sprachgebrauch der heutigen Zeit mit einem Negativgefühl aufgeladen. Der Text insgesamt quillt über von manipulativen Elementen dieser Art.
 

(2) Heinz Grill's Position zu den Behauptungen wird nicht veröffentlicht. Ein Fragebogen, der an ihn vorurteilsbeladen und ohne persönlichen Ansprechpartner versendet wird, scheint Ausdruck dafür zu sein, dass man an einer fairen Gegenüberstellung nicht interessiert ist. Personen, die im Text die Rolle der Gegenseite, der "Bösen" oder "Naiven" bekommen, kommen gar nicht nicht zu Wort und bleiben für den Leser somit unbekannt. Alle Aussagen des Artikels, so liegt der Eindruck nahe, kommen aus einer eingeschworen Gruppe heraus. Der Leser bekommt aufgrund der Einseitigkeit der Berichterstattung nicht die Chance, eine eigene Urteilsfindung zu beginnen. 

 

(3) Wichtige Informationen, die das Gesamtbild in ein anderes Licht rücken würden, werden dem Leser vorenthalten. So z.B. Aussagen ausländischer Medien, die von einem möglichen Suizid sprechen … oder, die Benennung von offiziellen, gerichtlichen Anklagepunkten, die z.B. von Tötung und nicht von Mord sprechen.

 

Soll vielleicht Heinz Grill mit einer Umkehrung von Tatbeständen und mit einem Weglassen von wichtigen Informationen vorsätzlich kriminalisiert und ausgeschaltet werden ?  Und soll die Möglichkeit in der Öffentlichkeit verteufelt werden, eine für jeden Menschen unabhängig von einer Person, Tradition, Gruppe oder Kirche freie Spiritualität praktizieren zu können ?  Wer könnte dahinter stecken und daran Interesse haben ?  Zwei Journalisten, ein Illustrator und die Chefredakteure vermutlich nicht.

 

Von der diskreditierenden und in meinen Augen großflächig manipulativen Berichterstattung der Süddeutschen distanziere ich mich hiermit als Veranstalter, der Heinz Grill als Referenten für Yoga-Fachfortbildungen einlädt, vollkommen und in aller Deutlichkeit. 

 

Wie sehen Tatsachen aus ... 

 

Im Rahmen der Yoga-Fortbildungsveranstaltungen lädt die Akademie verschiedene kompetente Referenten ein, um fachliche Themen für Yogalehrer/Innen anschaulich werden zu lassen. Als Veranstalter ist es mir wichtig, dazu beizutragen, dass die Qualität eines Yogaunterrichts auf ein qualitativ gutes und seröses Niveau kommt sowie die praktizierten Übungen und Inhalte dialogfähig werden. Das dies heutzutage notwendig ist, haben mir nicht zuletzt die Spiegel-Artikel über alternative Heilweisen vom 18.08.18 gezeigt. (Titel: Die Macht der Heiler / Wohin das Qi fließt)

Zu diesen Veranstaltungen kommen Yogalehrer/Innen verschiedener Yogaschulen und Yogawege sowie allgemein an Yoga Interessierte. Neben Physiotherapeuten, Osteopathen, Ärzten, Pädagogen und erfahrenen Yoga-Unterrichtenden lade ich als Referent auch Heinz Grill ein. Was ich an seiner Arbeit schätze ist, dass sie nicht an einen Yogastil gebunden ist – also nicht nur ein Angebot ist für Teilnehmer, die bei ihm gelernt haben. Nicht selten ist es ja bei Yogaseminaren so, dass nur Yoga-Übende der eigenen Schule, bzw. gleichen Traditionen zusammenkommen.

Zudem betreibt Heinz Grill keinen Personenkult. Er stellt die Fachkunde in die Mitte. Er verbreitet keine Ideologien, sondern stellt wissenschaftlich und praktisch nachprüfbare Zusammenhänge dar (z.B. das Thema der Energie, Qi), die die Teilnehmenden selbst erproben, nachvollziehen und studieren können. Er nennt diese Arbeit "exoterisches Arbeiten". Dies im Unterschied zu einer nicht greifbaren esoterischen Praxis oder einer rein intellektuellen Abhandlung eines Themas. Auch stellt er keine neue Weltordnung oder Weltanschauung auf. Bei den Seminaren geht es um die nachvollziehbare Yoga-Fachkunde.

Da Heinz Grill verschiedene Kernkompetenzen in einer Person vereinigt, gebe ich ihm als Referent zeitlich den meisten Raum. Er ist z.B. in der Lage, fortgeschrittene Asana zu praktizieren sowie diese angepasst auf Unterrichts- und Teilnehmer-Niveau zu transferieren. Er hat sehr gute medizinische und pädagogische Kenntnisse und ist der Sanskritsprache mächtig. Ich kenne im deutschsprachigen Raum keine Person im Yogaumfeld, die diese Fülle an Qualitäten in sich vereinigt.

Deshalb möchte ich auf Heinz Grill als Fachreferenten nicht verzichten, auch zukünftig nicht.

Nochmal zurück zur Süddeutschen und der Idee, ein journalistisches Ideal zu skizzieren ... Ein Journalist mit dem Ideal der objektiven Berichterstattung würde einen Sachverhalt von verschiedenen Seiten und Standpunkten aus beleuchten und es dem Denkvermögen des Lesers überlassen, sich ein Urteil zu bilden. Manipulationen dem Leser unterzujubeln, wäre tabu, ... wäre gegen den Ehrenkodex (Pressekodex) einer freien Berichterstattung. Dieser Journalist würde darauf achten, dass klischee-bedienende, angsteinflößende und denunzierende Formulierungen, auch subtiler Art, nicht vorkommen. Er würde sich an den wahren Tatsachen orientieren. Er läge zudem Wert darauf, dass die Würde eines jeden Menschen durch respektvolles Umgehen und ein Ideal der objektiven Anschauungsbildung gewahrt bliebe. Kritik würde, sofern es unter der Rubrik "Kommentar" liefe, ohne Denunzierung geäußert werden können und stände damit frei zur Diskussion.

 

Eine freilassende Anschauungsbildung zu lernen und damit die eigene Urteilsfähigkeit zu erweitern sowie konstruktive Kritikfähigkeit zu üben, sind Kernziele jeder Veranstaltung dieser 'Akademie für Yoga in der sozialen Ausgestaltung'. 
Es sind dies Kernkompetenzen jeder Yogapraxis, 
die einen freien und sozialfähigen Menschen fördert.

 

 

Stefan Jammer, Mai 2019

 

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Eine persönliche Stellungnahme von Heinz Grill zu dem Artikel können Sie in diesem > YouTube Video-Interview anschauen.

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