Leitung der Akademie und Entstehung

 

 

 

 

 

 

 

Die Entstehung dieses Angebotes ...                                                                       

Der heutige Mensch, so eine Erfahrung nach vielen Jahren Yogapraxis, braucht nicht einen Yoga, der ihn zu neuen Weltanschauungen und sektenhaften Gruppenbildungen führt, er braucht vielmehr eine fachlich kompetente Anregung sowohl zur körperlichen als auch zur seelisch-geistigen Entwicklung. Als Begründer dieser nun seit vielen Jahren schon geplanten Akademie, kenne ich auch die gegenteiligen Erfahrungen von Freiheit und Unabhängigkeit. So gründet sich der Aufbau dieser Arbeit auf reichhaltige und vielseitige Lebenserfahrungen ...

 

Der Beginn des Yogaweges

 

Auf der anfangs noch unbewussten Suche ist mir zu Beginn meines Interesses an Yoga ein Unterricht begegnet, der sich nach Otto-Albrecht Isbert (1901-1986, Gründungsmit-glied des 'Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V.' - BDY) orientierte. O.-A. Isbert richtete seine Yogapraxis nach Überlegungen aus, wie sich östliche und westliche Kulturströmungen gegenseitig befruchten können und wie sich vor allem der Mensch darin sinnvoll entfalten und weiterentwickeln kann. Dort hatte ich zum ersten Mal Kontakt mit der Idee des 'Freien Atems' im Unterschied zu den klassischen, geführten Atemübungen des Yoga (pranayama).

 

Nach dieser neugierig machenden Erstbegegnung mit Yoga und der folgenden beruf-lichen Ausrichtung als IT-Ingenieur kam Ende der 80iger Jahre bei mir erneut der Wunsch auf, tiefer in die Yogapraxis und Yoga-Philosophie einzutauchen. Ein Grund dafür war, dass sich in der Wirtschaft mehr und mehr die Strategie der Gewinn-Maximierung fortsetzte. Der Mensch mit seinem technischen Erfindergeist sowie die bereichernde Begegnung von Mensch zu Mensch rückte hinter Marktanteilen, Umsatz-und Renditesteigerungen weiter ins Hintertreffen. Waren die Gründer des Unternehmens, in dem ich arbeitete, zu ihrer Zeit noch mit Herzblut in der Technik sowie bemüht, ein gutes Verhältnis zu Kunden und Mitarbeitern aufzubauen, wehte nun zunehmend ein härterer und kühlerer Wind. Dies ließ mich weiter auf die Suche gehen.

 

Kontakt zu verschiedenen Yogawegen

 

In dieser Phase besuchte ich mehrere Yogaschulen in Deutschland und lernte dabei verschiedene Yogastile kennen. Besonderen Eindruck hinterließ bei mir der Belgier André van Lysebeth im Übungsstil nach Swami Sivananda. Die kraftvolle und zugleich geschmeidige Art, den Körper zu bewegen in Verbindung mit der östlichen Yoga-Philosophie gefiel mir. Bei der Übungsweise nach B.K.S. Iyengar hinterließ die Präzision der körperlichen Ausrichtung von Gelenken und Wirbelsäule einen bleibenden Eindruck.

 

Mit esoterisch geprägten Gruppen machte ich auch einige Erfahrungen, konnte aber in diesen nicht so richtig warm werden, obwohl mich Spiritualität an sich interessierte. Es war mir einfach befremdlich, wenn ich von jemanden inniglich umarmt wurde, ohne diesen Menschen vorher kennengelernt zu haben und wenn mir einfach so gesagt wurde, dass sich mein Stirn-Chakra falsch herum drehen würde und man da Abhilfe schaffen könnte. Was mir in esoterisch - sowie in kirchlich - geprägten Gruppen auffiel war, dass große Begriffe wie Liebe, Licht und das Göttliche wie selbstverständlich gebraucht wurden. Haben diese Menschen das wirklich durchdrungen, fragte ich mich. Für mich war das nicht stimmig, ja eher widersprüchlich. 

 

Ganz andere Erfahrungen machte ich bei anthroposophischen Lehrern. Bei einem Seminar bei Dr. Otto Wolff konnte ich beispielsweise erleben, wie Behandlungsansätze von rheumatischen Erkrankungen faszinierend anschaulich wurden. Er verbrannte vor den Augen der Teilnehmer Magnesium und Eisen und erklärte die Besonderheiten des Lichtwirkens dieser Metalle und ihre Heilwirkungen bei Rheuma. Dort erlebte ich das Bemühen, tiefe Inhalte - wie z.B. das Lichtwirken - verständlich werden zu lassen.

 

Parallel zum Interesse an verschiedenen Angeboten bahnte sich der Wunsch an sozialer Arbeit weiter seinen Weg. Ich wechselte für ein paar Jahre in den Pflege- und therapeu-tischen Bereich einer Rehaklink. Dort konnte ich in Zusammenarbeit mit Pflegekräften, Therapeuten und Ärzten wertvolle soziale und medizinische Erfahrungen sammeln. Die Yogapraxis für Reha-Patienten, für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, ange-messen anpassen zu lernen, war ein wertvoller Lernschritt für mich. Eine mehrjährige Arbeit als Betriebsrat erweiterte auf andere Art meinen 'sozialen Horizont'.

 

Im Zuge der 'Wanderjahre' besuchte ich schon Ende der 80iger einige Seminare bei Heinz Grill. Hier faszinierte mich die Leichtigkeit wie er die westliche Spiritualität des Christentums mit der östlichen Spiritualität des Yoga in eine stimmige Synthese - ohne Vermischung von beiden - brachte. Dies zeigte sich beispielsweise ganz praktisch in einer ästhetischen Yoga-Übungsweise mit den asana. Sein Ansatz wie sich der Mensch praktisch und eigenständig mit Spiritualität und aktiven Körperübungen auseinander-setzen kann, ohne sein Leben komplett umkrempeln zu müssen, also z.B. nicht zwingend nach Indien reisen, in ein Kloster ziehen oder einer Yoga-Community beitreten zu müssen, hat mich sehr fasziniert. Diese Freiheit in der Begegnung zeigt sich zugleich in einem zentralen Aspekt der Übungsweise, die Heinz Grill den 'Neuen Yogawillen' nennt. Er unterrichtet den 'Freien Atem' im Unterschied zu frühen Yoga-Traditionen, die mit der Atemführung (pranayama) arbeiten.

 

Eine gegenteilige Erfahrung von Freiheit und Individualität

 

Aus heutiger Sicht habe ich schon recht früh Mittel und Wege gesucht, die einen nicht auffordern in eine Tradition einzusteigen und in dieser kollektives Mitglied zu werden, aber andererseits auch nicht in den stillen Rückzug vom weltlichen Leben zu gehen, wie es alte yogische oder klösterliche Traditionen praktizieren. 

 

Interessanter Weise tauchten diese beiden Phänomene: 'Gruppenbindung' und 'Rückzug' in der fortgeschrittenen Erfahrung mit Yoga nochmal auf, sie tauchten sogar sehr extrem auf. Ich lernte sehr dunkle Seiten der Yoga-Praxis mit der Begegnung von Frau Christine Bornschein kennen. Sie hielt sich in einigen Seminaren von Heinz Grill auf und agierte dort unbemerkt mit unseriösen Hypnose- und Psychotechniken. Durch sie lernte ich das krasse Gegenteil von Freiheit und Selbstbestimmung kennen. Sie erzeugte bei anderen Personen mit vorsätzlichen Motiven Bindungs-, Minderwertigkeits- und Abhängigkeits-Gefühle. Sie erzeugte eine Sektenatmosphäre. Bei mir "setzte" sie u.a. Ängste, Ängste mit anderen Menschen in Beziehung zu treten. Erst als ich mich 2012 von ihr und ihren Praktiken bewusst distanzierte, war es mir auf neue Weise möglich, die schon jahrelang in meinem Herzen getragene Idee einer selbstständigen Yogaarbeit mit sozialer Ausrichtung in die Tat umzusetzen, deren Ergebnis nun die Gründung dieser Akademie ist. 

 

Was braucht der Mensch heute ?

 

Was der Mensch meiner Ansicht nach heute braucht ist ein Yogaansatz, der weltan-schauungsneutral sowie traditions-, personen- und gruppenunabhängig praktiziert werden kann.

 

Der Mensch benötigt für eine soziale Kompetenz heute weder eine Yogapraxis, die eine alternative Weltanschauung zu einem materialistischen Zeitgeist lehrt und ebensowenig Übungsformen, die zur Flucht von der Welt mit asketischen, sich zurückziehenden Lebensformen oder die zur Mitgliedschaft in einer Gruppe auffordern.

 

Hinderlich für eine soziale Ausrichtung erscheint mir zudem eine Yoga-Praxis, die primär eine Akkumulation von Lebensenergie anstrebt, da dies erfahrungsgemäß zu einer verstärkten Bindung an den Körper, ans Ego und an weltliche Umstände führt. Auch kann die Energiearbeit leicht zu einer passiven Mitgliedschaft in einer Gruppe führen, da die in einer Gruppe erzeugte Energie eine große Faszinination ausübt, jedoch eine individuelle Entwicklung und Freiheit behindert. 

 

Der heutige Mensch benötigt nach meiner Erfahrung vielmehr eine Übungsform, die eine unabhängigere Persönlichkeit fördert. Mit einer selbst errungenen Unabhängigkeit kann im Äußeren eine Gemeinschaft von Menschen besser, im Sinne von freier, "bunter" und kreativer zusammenfinden und zusammenwirken. Siehe letzte Skizze rechts.

 

Die hier angestrebte Selbst-Ständigkeit ergibt sich deshalb aus eigenen, selbstgewollten Zielen in Verbindung mit kompetenten, fachlichen Anregungen zu einer körperlichen und seelich-geistigen Entwicklung.

 

Solche fachlichen Anregungen in einem aufbauenden Rahmen anzubieten, ist die zentrale Idee und Aufgabe der Akademie für Yoga in der sozialen Ausgestaltung.

 

Stefan Jammer

 

 

       Stefan Jammer

 

  • geboren 1961
     
  • 3-jährige Ausbildung zum Elektroniker bei der Firma Siemens
     
  • Fachhochschulstudium mit Abschluß zum Diplom-Wirtschafts-Ingenieur
     
  • 7 Jahre Tätigkeit als Projekt-Ingenieur im IT-Unternehmen Wandel & Goltermann
     
  • 1989 - 1991 Yogalehrer-Ausbildung bei Heinz Grill
     
  • Seit 1991 durchgängige Yogalehrer-Tätigkeit
     
  • Yogaunterricht bei Krankenkassen, verschiedenen Bildungseinrich-tungen, staatlichen Institutionen und Firmen.
     
  • 7 Jahre Tätigkeit als Pflegehelfer in den Reha-Klinken Hohenurach im Bereich Neurologie
     
  • 6 Jahre Betriebsrat in den Reha-Kliniken Hohenurach
     
  • 3 Jahre Tätigkeit in therapeutischen Abteilungen der Reha-Klinken Hohenurach. Bereiche: Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin
     
  • Ehrenamtliche Tätigkeit als 
    Krisenberater beim AKL e.V. RT / TÜ (Krisenberatungsstellen)

     
  • Fortbildungen Yoga ...
    H. Grill, A. van Lysebeth, Sriram,
    H.-W. Vogel, R.-M. Gerwin,
    Dharmapriya, L. Goltermann, 
    H.-H. Niemeyer, S. Chatterjee,
    B. Cuson, Dharmavir Mahida, u.a.

     
  • Besuch einiger Ashrams in Indien
     
  • Fortbildungen Anthroposophie ...
    Dr. Otto Wolff, Prof. Dr. Ch. Hueck

     
  • Seit 2000 hauptberuflich als Yogalehrer tätig
     
  • Seit 2002 eigene Yoga-Schule
     
  • Ab 2013 Organisation von Yoga-Fachfortbildungen
     
  • 2017 Gründung der Akademie für Yoga in der sozialen Ausgestaltung
Menschen in Vereinzelung und in egoistischen Verhaltensformen
Menschen in einer Gruppenstruktur mit "Anführer" und "Mitmachern"
Menschen als freie Individuen in einer Gemein-schaft, verbunden durch ein gemeinsames Ideal und mit emphatischer, verbindender Ausstrahlung
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